3. Februar 2021 · Kinderwunsch-Wissen

Möchtest du schwanger werden? So gehst du deinen Kinderwunsch ganzheitlich an

Bei manchen Paaren klappt es auf Anhieb, andere warten viele Monate oder sogar Jahre auf eine Schwangerschaft. Die Erfüllung eines Kinderwunsches ist kein Zufall: Es gibt viele Faktoren, die auf Fruchtbarkeit und die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, einen entscheidenden Einfluss haben.

Hier erfährst du, was du tun kannst, um dir deinen Kinderwunsch zu erfüllen.

Die Ernährung bildet die Grundlage für einen gesunden, fruchtbaren Körper

Eine gesunde Ernährung ist bei Kinderwunsch das A und O. Zum einen liefert sie essentielle Nährstoffe, die für die Fruchtbarkeit wichtig sind. Aber die Ernährung ist noch aus weiteren Gründen von Bedeutung.

Ein gesundes Körpergewicht ist ein starker Indikator für Fruchtbarkeit – sowohl Über- als auch Untergewicht sind stark mit Unfruchtbarkeit assoziiert.

Übergewicht geht zudem oft mit Insulinresistenz einher – einer häufigen Ursache von Unfruchtbarkeit. Um einer Insulinresistenz entgegenzuwirken, solltest du vor allem deinen Konsum an Zucker, Weißmehl und Fertiggerichten stark einschränken. Denn sie haben einen starken Einfluss auf den Blutzucker, was auf Dauer Insulinresistenz fördert.

Stattdessen solltest du auf natürliche Lebensmittel setzen, wie Gemüse, Obst, Nüsse, Samen, Fleisch, Fisch und Eier. Sie helfen dir nicht nur dabei, ein gesundes Körpergewicht zu halten oder zu erlangen, sondern liefern auch viele wertvolle Nährstoffe.

Auf folgende Nährstoffe solltest du besonders achten:

Zink

Zink ist für die Reifung der Eizellen wichtig. So kann eine unzureichende Versorgung mit Zink die Qualität der Eizellen verringern. Außerdem reguliert Zink den Zyklus und hat wichtige Funktionen für den Eisprung.

Sesam- und Hanfsamen, Kürbiskerne, Pinienkerne, Cashewnüsse, Chiasamen, Kakao, Lamm- und Rindfleisch sind besonders reich an Zink.

Folsäure

Du weißt sicherlich, dass Folsäure in der Schwangerschaft wichtig ist. Ein Mangel an Folsäure kann Fehlbildungen des Ungeborenen verursachen.

Aber Folsäure ist auch schon vor der Schwangerschaft von Bedeutung. Ein Mangel an Folsäure verringert die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden. Umgekehrt zeigen Studien, dass eine Supplementierung mit Folsäure die Schwangerschaftsrate erhöhen kann. Denn Folsäure kann die Eizellenqualität, den Eisprung und die Einnistung unterstützen.

Kohl und grünes Blattgemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Spinat und Grünkohl sind gute Folsäurelieferanten. Auch Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Kichererbsen und Linsen, sowie Leber sind reich an Folsäure.

Vitamin D

Frauen, die gut mit Vitamin D versorgt sind, haben eine höhere Erfolgsrate bei künstlichen Befruchtungen. Vitamin-D-Mangel hingegen erhöht das Risiko für einen frühen Schwangerschaftsabbruch.

Vitamin D verbessert die Eierstockreserve und wird für die Herstellung der Fruchtbarkeitshormone Östrogen und Progesteron benötigt. Außerdem wirkt Vitamin D einer Insulinresistenz entgegen. Insulinresistenz ist die Ursache von Diabetes Typ 2 und wird oft mit dem Polyzystischen Ovar-Syndrom (PCOS/PMOS) assoziiert: zwei häufige Ursachen von Unfruchtbarkeit.

Magnesium

Magnesium sorgt für ein gesundes Gleichgewicht zwischen Progesteron und Östrogen, und ist daher für die Fruchtbarkeit von großer Bedeutung.

Ein Magnesiummangel ist weit verbreitet, da die meisten Deutschen nicht ausreichend Magnesium zu sich nehmen. Frauen nehmen im Schnitt 200 mg zu sich, Männer 250 mg. Der Tagesbedarf an Magnesium liegt jedoch höher: Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) beträgt er 300 mg – 400 mg.

Hanfsamen, Kürbiskerne, Kakao, Paranüsse, Chiasamen, Sonnenblumenkerne, Mandeln, Cashewkerne, aber auch Fisch und grünes Blattgemüse, wie Spinat sind gute Magnesiumquellen.

Eine unzureichende Versorgung an Magnesium ist jedoch nicht unbedingt auf eine ungesunde Ernährung zurückzuführen. Vielmehr ist der Grund dafür der nachlassende Nährstoffgehalt der Böden aufgrund moderner landwirtschaftlicher Praktiken. Dadurch enthält auch das Gemüse, das auf diesen Böden wächst, immer weniger Mineralien. Der Mineralstoffgehalt von Obst und Gemüse hat in den letzten 100 Jahren um 80 – 90 % abgenommen!

Zudem führt Stress dazu, dass ein höherer Bedarf an Magnesium als die täglich empfohlene Dosis erforderlich ist. Denn durch den erhöhten Cortisolspiegel im Blut wird Magnesium vermehrt von den Nieren ausgefiltert und mit dem Urin ausgeschieden.

Wenn du einen Kinderwunsch hast, solltest du besonders auf eine gute Versorgung mit Magnesium achten. Da es schwierig sein kann, den Bedarf über die Nahrung zu decken, kann eine Supplementierung angebracht sein.

Hinweis: Die genannten Mengenangaben und Empfehlungen zur Nahrungsergänzung dienen der allgemeinen Information. Ob und in welcher Dosierung eine Supplementierung für dich sinnvoll ist, besprichst du bitte vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Heilkräuter zur Steigerung der Fruchtbarkeit

Mönchspfeffer kann helfen, den Progesteronspiegel zu steigern, wodurch das Gleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron wiederhergestellt werden kann.

Allerdings ist Mönchspfeffer nicht für jede Frau geeignet. Wenn du zu Depressionen neigst oder bei dir PMS mit Melancholie verbunden ist, solltest du damit vorsichtig sein. Denn dann kann Mönchspfeffer die Stimmung zusätzlich belasten. Sprich die Einnahme pflanzlicher Präparate am besten vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.

Es gibt noch viele weitere Heilkräuter, die in der traditionellen chinesischen Medizin bei Kinderwunsch eingesetzt werden. Hierzu gehören zum Beispiel Frauenmantel, Eisenkraut, Beifuß und Holunder. Allerdings ist deren Wirkung wissenschaftlich nicht gut belegt.

Fruchtbare Tage berechnen

Du bist nur wenige Tage innerhalb eines Zyklus fruchtbar. Wenn du weißt, wann deine fruchtbaren Tage sind, wirst du sehr viel leichter schwanger. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die fruchtbaren Tage zu bestimmen.

In meinem ausführlichen Artikel Fruchtbare Tage berechnen erfährst du, wie du am besten vorgehst.

Fruchtbarkeit des Mannes untersuchen

Wenn du Schwierigkeiten hast, schwanger zu werden, suchst du wahrscheinlich den Grund dafür bei dir selbst. Das ist nicht verwunderlich. Denn einer der verbreitetsten Mythen ist, dass der Mann nur wenig Einfluss auf die Schwangerschaft hat. Tatsächlich ist jedoch ein unerfüllter Kinderwunsch in 40 – 50 % der Fälle auf eine verminderte Fruchtbarkeit des Mannes zurückzuführen.

Falls es mit dem Kinderwunsch nicht wie erwartet klappt, sollte dein Partner seine Fruchtbarkeit untersuchen lassen.

Leber als zentrales Organ bei Kinderwunsch

Eines der wichtigsten Organe für die Fruchtbarkeit ist die Leber. Das überrascht dich wahrscheinlich. Denn bei Fruchtbarkeit denken die meisten Menschen an Reproduktionsorgane.

Um zu verstehen, wie wichtig die Leber für die Fruchtbarkeit ist, musst du wissen, dass sie an über 500 Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Die Leber ist somit nicht nur für die Entgiftung wichtig, sondern auch für die Blutzuckerregulation, den Fettstoffwechsel und den Hormonhaushalt.

Tatsächlich kann eine überlastete Leber zu Unfruchtbarkeit beitragen.

Denn eine überlastete Leber fördert Östrogendominanz. Östrogen wird in der Leber abgebaut. Wenn die Leber zu sehr mit Toxinen überflutet wird, kann sie diese Funktion nicht richtig ausführen.

Das richtige Verhältnis zwischen Östrogen und Progesteron ist für den Zyklus und die Fruchtbarkeit von entscheidender Bedeutung. Östrogen stimuliert den Eisprung, Progesteron ist hingegen in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung wichtig. Es bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der Eizelle vor. Hat eine Befruchtung stattgefunden und die Eizelle hat sich eingenistet, verhindert Progesteron eine Regelblutung, die die befruchtete Eizelle wieder abstoßen würde. Eine Östrogendominanz verhindert also nicht die Befruchtung der Eizelle, aber erhöht das Risiko für einen frühen Schwangerschaftsabbruch.

Weitere wichtige Faktoren bei Kinderwunsch

Es gibt noch viele weitere Dinge, die bei Kinderwunsch eine Rolle spielen.

Sport wirkt auf vielen Ebenen auf die allgemeine Gesundheit und die Fruchtbarkeit. Er hilft dir, ein gesundes Körpergewicht zu halten oder zu erlangen. Außerdem wirkt er einer Insulinresistenz entgegen.

Auch zu viel Stress kann den Kinderwunsch erschweren. Denn das Stresshormon Cortisol hat Einfluss auf das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH) – zwei für die Fruchtbarkeit wichtige Hormone.

Schlaf beeinflusst weibliche Geschlechtshormone wie LH, FSH, Prolaktin und Progesteron. Außerdem ist Schlafmangel ein wesentlicher Stressfaktor.

Medikamente, Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten und Genussmittel wie Rauchen und Alkohol können deine Fruchtbarkeit beeinflussen.

Bildquelle: Depositphotos – „Frau mit Schwangerschaftstest" (Datei-ID 87241966, © puhhha).
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